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Was ist Hundeerziehung ?

Die meisten Menschen meinen, Hundeerziehung ist dem Hund beizubringen, das er “Sitz, Platz, Fuß, Hier“ oder ähnliches macht. Das ist meiner Ansicht nach aber nur die menschliche Möglichkeit, den Hund kontrollieren zu können. Das man seinen Hund erziehen sollte, steht außer Frage. Einen gut erzogenen Hund kann man problemlos überall mit hinnehmen.

Er jagt keine Spaziergänger, Jogger , Radfahrer, Rollschuhfahrer.  Was die Betroffenen auch nicht lustig fänden.

Es ist auch nicht so toll, wenn der Betroffene helle Kleidung anhat, und diese mit dreckigen Hundepfoten verziert werden, nur weil eben der Kleine mal “ Hallo“ sagen wollte. Und Hunde, die alle anderen Hunde schon vom weiten aggressiv ankeifen und am liebsten sofort überfallen möchten, sind auch nicht so beliebt. Für kleine Hunderassen kann das sehr gefährlich werden und bei großen Hunden sieht es sehr gefährlich aus. Auch die, die sofort zu jedem andern Hund hinrennen sind etwas lästig. Und der Satz “ der tut nichts, der will nur spielen“ ist auch nicht mehr zu hören... Vor allem dann nicht, wenn man Angst vor Hunden oder um seinen eigenen Hund hat. Aber vielleicht hat ja auch der eigene Hund keine Lust mit diesem “ der tut nichts Hund “ zu spielen. Hunde sind da selber manchmal etwas kleinlich. Die suchen sich gerne ihre “ Spielkumpels “ selber aus. Ja und dann gibt es da noch die Jäger, die mögen wildernde Hunde verständlicher Weise gar nicht. Sie haben auch kein Verständnis dafür, das “ der Hund ja auch seinen Spaß haben möchte“. Wer mal darüber nachdenkt, welche Angst so ein gehetztes Wildtier hat, kann das sicher verstehen. Also Hundeerziehung muss sein. Egal wie groß oder wie klein der Hund ist. Es sei denn, man möchte den Hund sein ganzes Leben nur an der Leine haben. Das ist aber für den Hund nicht so toll, egal wie lang die Leine ist.

Und jetzt werden Sie fragen, aber wie geht das denn nun mit der Hundeerziehung?

Hunderziehung bedeutet, seinen Hund zu verstehen und ihm dann eine klare Rangordnung vermitteln zu können. Eine klare Rangordnung ist für den Hund , aus seiner Sicht, überlebenswichtig. Der Ranghöchste gibt den Anpfiff zur Jagd, sagt wo es lang geht und was gemacht wird. In einem Buch stand ein Satz, der eigentlich alles ausdrückt:

Die Rangfolge erfolgt nicht durch die Erziehung, sondern die Erziehung wird erst durch die Rangfolge ermöglicht.

Wie aber stellt man eine stabile Rangordnung her ? Bestimmt nicht mit ständiger Gewalt. Also auch nicht mit Stachelhalsbändern, Wurfketten oder Anbrüllen. Das zeigt dem Hund nur, das man nicht in der Lage ist ein Rudel  ( und schon der Hund + Besitzer sind aus Sicht des Hundes ein Rudel)  zu führen. In einem Hunderudel ist nie der Lauteste oder Brutalste der Chef, sondern immer der Souveränste und Überlegenste. Der, der auch in Krisensituationen einen klaren Kopf behält. Wenn ich also meine, meinen Hund, ohne Rücksicht auf die Rangordnung, mit unnötigem Schmerz erziehen zu müssen, muss ich mich  nicht wundern, wenn er mir irgendwann außer Kontrolle gerät. Ein Hund, der z. B. nur mit Wurfkette, von einem Rangniedrigerem, zu bestimmten Handlungen gezwungen wird, z. B. – Liegenbleiben oder Kommen- wird in einer Krisensituation nicht gehorchen. Zu Anfang klappt diese harte Tour vielleicht, aber irgendwann ist Schluss und dann? Welche Steigerung hat man dann noch? Also sollte man sich mal überlegen, ob man so was nötig hat. Ängstliche Hunde verlieren im übrigen bei diesen Methoden ganz schnell das Vertrauen zu ihrem Hundeführer und den etwas Härteren ist es sowie schnell egal, was ihr Hundeführer veranstaltet.

Und auch “ zu nett sein -  für den Hund alles tun und erwarten das er jetzt dankbar ist“, sieht der Hund lediglich als um Gunst buhlen und ist daher nicht richtig.

Für den Hund heißt das, mein Besitzer ist mir unterlegen und bettelt dauernd um Gunst und Aufmerksamkeit, die ich (als Hund) selbstverständlich sehe und so ignoriere. Man sollte ein vernünftiges Mittelmaß finden und konsequent sein.

Das Wichtigste in der Hundeerziehung ist aber seinen Hund verstehen lernen, seine Sprache erkennen und sprechen zu können.

Immer wieder erlebe ich es, das der Hund Beschwichtigungssignale aussendet und der Besitzer versteht sie nicht, übersieht sie einfach. Und dann wundert er sich, das ihn der Hund nicht mehr anschaut und andere Hunde interessanter findet. Aber die verstehen den Hund ja wenigstens, zumindest meistens.

In anderen Fällen bemerkt der Hundebesitzer nicht, wie der Hund längst die Kontrolle über Ihn und seinen Gesprächspartner übernommen hat. Oder sich einen Spaß daraus macht  "wenn gesprungen wird wenn er nur fiept".

Welpenerziehung /  Welpenprägung - Warum ?

Die Welpenzeit ist die wichtigste Zeit im Lebens eines Hundes, hier werden die Weichen für das restliche Leben des Hundes gestellt. Alles was der Welpe erlebt, prägt ihn. Deshalb nennt man diese Zeit auch Prägephase. Sie beginnt mit der ca. 4. Woche und endet mit der ca. 16. Woche Da man den Welpen meistens erst mit der 8. Woche oder oft noch später bekommt, hat man nicht viel Zeit den Kleinen auf seine und unsere Umwelt zu prägen. Aber nicht nur die Prägephase auch die Welpenzeit ist mit der ca. 16 . Wochen endgültig vorbei. Nicht wie manche Leute glauben mit einem ½ Jahr. Mit dem ca. 4. Monat beginnt schon die sogenannte erste Pubertätsphase und dann testen fast alle Hunde schon mal an, wie weit sie gehen können. ( Die zweite Pubertätsphase beginnt dann mit ca. 1 Jahr und die ist noch heftiger, je nach Hund. Deshalb sollte man in der Welpenzeit auch in Sachen Erziehung gute Vorarbeit geleistet haben. Auch wenn man während der Pubertätsphasen meint, der Hund kann nichts mehr, es kommt wieder. ) Kurz gesagt: alles woran man den Welpen bis zur 16. Woche gewöhnt, wird ihm immer vertraut bleiben . Alles was er jetzt mit Lob und Spaß lernt sitzt für den Rest des Lebens. In diesem Alter werden die Grundsteine für, auch später noch zuverlässiges Gehorchen gelegt.  Oft kann man, das was hier versäumt oder falsch gemacht wird, nicht mehr gut machen oder es wird viel schwerer es ihm bei zubringen. Aber auch alle schlechten Erfahrungen sitzen, deshalb ist auch das Training mit Druck ( z. b. Wurfkette ) komplett abzulehnen. Die meisten Probleme, die oft erst später sichtbar werden , entstehen in diesem Alter. Darüber sollte man sich als Welpenbesitzer klar sein.

Viele Hundeschulen oder Vereine bieten sogenannte Welpenspiel- oder Prägekurse an. In diesen Kursen wird entweder gar nicht oder nur wenig mit den Welpen gearbeitet. Meist wird nur unkontrolliert gespielt dadurch die Verselbständigung und das Unabhängigkeisgefühl gefördert und sich später dann gewundert das der Große vollkommen unkontrollierbar und am sozial Kumpan Mensch desinteressiert wird sobald er einen Artgenossen sieht (u.a. entwickelt sich hierdurch die berühmt berüchtigte Leinenaggression). Weiter lernen die Kleinen schon hier, andere zu mobben oder gemobbt zu werden. Häufig entstehen gerade in solchen Stunden die Verhaltensprobleme für später. (Probleme an denen dann der Trainer richtig gut verdient.)

Manche Trainer sind auch noch der Meinung, das man die jungen Hunden noch nicht erziehen sollte. Diese Meinung ist aber ziemlich altmodisch und bringt nur dem Trainer was ein. Nämlich Geld, weil er dann die pubertierenden Junghunde ab dem 6. Monat in die Unterordnungskurse zur Korrektur nehmen kann. Denn spätestens dann, ist der Hundebesitzer der Verzweiflung nah, weil er seinen ach so lieben Welpen nicht mehr wieder erkennt. Oder die Früherziehung findet nur im Einzeltraining, ohne Ablenkung statt. Bringt nicht viel, weil der Hund ja auch außerhalb der Hundeschule draußen ist. Und dann müssen die Kleinen ja auch gehorchen, denn Ablenkungen  kann man nicht immer aus dem Weg gehen. Zudem finden die meisten Kurse im allgemeinen auf dem festen, eingezäunten Übungsgelände statt. Oft ist dann noch jede Menge Spiel – und Klettergeräte ( wie im Menschenkindergarten) vorhanden. Das ist zwar toll. Aber will ich meinen Hund denn auf dieses Gelände und Kinderspielzeug prägen. Ist denn nur so etwas unsere Umwelt, in der, der Hund sich zurechtfinden muss? Ich glaube nicht. Als man vor Jahren die Welpenprägestunden publik machte, meinte man nicht einen Kindergarten für Hunde. Prägen auf die Umwelt heißt für uns, mit einer Welpengruppe nicht auf einem festen Platz zum Toben zu gehen. Sondern den Welpen, möglichst in Begleitung von gut geprägten, im Sozialverhalten sicheren, erwachsenen Hunden im Wald, auf dem Feld und auch in der Stadt an Dinge die im Alltag vorkommen zu gewöhnen. Und außerdem den jetzt enorm großen Lernwillen des Hundes ausnutzen und ihm einige Grundkommandos beibringen. Aber mit viel Lob und Leckerchen und ohne unnötigen Druck. Natürlich wird auch immer wieder gespielt, denn Hunde sollte man in keinem Alter überfordern. Also sind die Trainingseinheiten nur kurz und auch beim Stadttraining werden immer wieder Pausen eingelegt. Aber auch in den Spielphasen sollte möglichst ein gut sozialisierter, erwachsener Hund der Erfahrung mit Welpen hat dabei sein, um mal einzugreifen, wenn `s zu doll wird.  Die Kleinen lernen am besten von anderen Hunden. Und auch das sogenannte Sozialverhalten lernen Welpen nicht nur von Welpen, sondern vor allen Dingen von erwachsenen Hunden. ( Oder lernen Kinder nur von Kindern)  Diese Art des Trainings ist zwar für den Trainer und manchmal auch für den Hundebesitzer mühevoller als auf einem festen Platz, ( da muss man nämlich nicht so aufpassen, ob gerade andere Hunde, Jogger, Radfahrer oder gar Pferde kommen, ) aber es lohnt sich für die Welpen und ihre Besitzer auf jeden Fall. Ortsgebundenes Training bringt auch bei Welpen auf Dauer nichts.

Hundeverhalten

Über dieses Thema gibt es eine ganze Reihe guter Bücher, deshalb möchte ich auch nur einige Anmerkungen machen.

Sozialverhalten heißt nicht, alle Hunde verstehen sich miteinander. So nach dem Motto; alle Hunde sind Brüder. Sondern auch nette Hunde streiten manchmal.
Sozialverhalten heißt, der Hund kann die Hundesprache deuten und auch selber ausdrücken.
Der Hund muss dies aber erst lernen.
Damit es nicht zu unnötigem Stress oder unnötigen Konflikten kommt, haben Hunde sogenannte Beschwichtigungs. und Drohsignale die sie einsetzen können um eskalationsfrei Rangordnungen klären zu können. Diese Signale sind schon beim ganz kleinem Welpen vorhanden. Aber auch hier kommt es darauf an , das der Hund lernt die Signale zu verstehen und auszusenden. Oft hindern gerade wir Menschen ihn daran oder der Hund wird dauernd gemobbt und gibt es irgendwann auf, Signale auszusenden.
Hundebesitzer sollten in der Lage sein, ihren Hund richtig einschätzen zu können.
Sie sollten auch in Krisensituationen der souveräne Rudelführer bleiben, den der Hund braucht. Ich weiß, das sich das leichter anhört, als es ist. Aber auch dies kann man lernen.
Weiß ich aus eigener Erfahrung.
 

Vor allem
Ein Hund kalkuliert und wägt ab ! Das heißt genauer er schätzt ab zwischen Schaden und Befriedigung. Hat er nun ein etwas stärkeres Themperament und Selbstbewusstsein, so wird er um zu seinem Ziel zu gelangen einen hohen Grad an z.B. Schmerz hinnehmen. Beispiel hierzu: eine Beißerei bedeutet Schmerz, dennoch nimmt der Hund dies in Kauf um im Terra weiter den Ranghöchsten darzustellen. Er wägt ab ob er den Widersacher überwältigen kann. Wenn seine Entscheidung auf "JA" fällt, nimmt er zur Durchsetzung, größere Beschädigungen in Kauf. Jeder Hund, bedingt durch sein genetisches Verhaltensrepertoire weiß, dass diese Rangauseinandersetzung bis zum eigenen Tod führen kann. Daher sehe ich persönlich "Schmerzeinwirkungen" als unzureichende und unsichere Blockade, welche je nach Reizintensität (z.B. Fortpflanzung) vom Hund in Kauf genommen werden kann.

Einzig und allein die genetisch veranlagte Blockierung der eigenen Interessen durch eine Untersagung, eines in der Rangfolge über dem Individuum herrschenden Rudelmitglied ist einiger Massen zuverlässig. Denn in Anwesenheit eines Ranghöheren, gleich ob Mensch oder Hund, halten sich Rangniedrigere zurück um nicht in Konfliktgefahr mit dem Ranghöheren durch Überschreitung der Rechte zu geraten.

So erklärt sich von selbst, dass eine Untersagung einer Aktivität, nur Seitens eines Ranghöheren einem Rangniedrigen gegenüber Früchte tragen kann.  Denn ließen Sie sich von einem Schwachen was vorschreiben ?

 

Hunde in der Pubertät
Auf einmal erkennen Sie Ihren bis jetzt so tollen Hund nicht mehr wieder! Wahrscheinlich ist er jetzt auf dem besten Weg in die Pubertät zu kommen.
Die erste Pubertätsphase beginnt mit ca. dem 5. - 9. Monat.( Je nach Rasse auch schon früher oder später. Diese Spätentwicklerrassen bleiben aber dann auch länger in der Pubertät. ) Einerseits erscheint der Hund noch wie ein verspielter Junghund, andererseits will er dauernd wissen wo sein Platz im Rudel ist. Er ist meist einfach nur " dummdreist und flegelhaft". Vor allen Dingen die Rüden. Es werden Dinge die er kennt angebellt und vor anderen hat er auf einmal Angst usw.
Die Hündinnen sind zwar meist nicht so nervend, aber sie werden oft zickig. Versuchen es mit Revierverteidigung und ähnlichem.
Jetzt entstehen auch die ersten Streitereinen mit anderen Hunden. Es ist einfach ein antesten wie weit man da gehen kann.
Auf jeden Fall sind Hunde in diesem Alter sehr anstrengend. Den einen Tag gehorchen sie bombig, den nächsten wissen sie nicht mehr ihren eigenen Namen.
Diese Phasen kommen noch Mal ab ca. 12 Mon. und dann meist noch heftiger.
Alles was der Hund im Welpenalter gelernt hat, kommt aber wieder.
Aber egal ob im Welpenalter gute Vorarbeit geleistet wurde oder nicht, sie können jetzt nicht einfach abwarten, was passiert. Denn gerade jetzt braucht der Hund eine klare Rangordnung und eine liebevolle aber konsequente Erziehung.
Unnötiger Zwang oder Druck bringen auf Dauer nichts.

 

Angst- Angstaggression
Unter Angst vor Menschen, Hunden, Geräuschen oder überhaupt der Umwelt leiden viele Hunde. Ganz davon abgesehen, das sich ja wohl jeder denken kann, das Angst auf Dauer in großen Stress ausartet und deshalb krank macht, kann aus Angst auch schnell Angstaggression (Begehren auf Distanzvergrößerung) werden. Sobald sich ein ängstlicher Hund in die Enge getrieben fühlt, wird er reagieren. Wann er sich, in welcher Situation in die Enge getrieben fühlt, ist sowohl vom Hund, von seiner Tagesverfassung und von der Situation abhängig. Also oft nicht vorhersehbar. Der Hund wird meist versuchen solchen Situationen auszuweichen, wenn er das nicht mehr kann, wird er sich entweder in sich zurückziehen, sich einfach tot stellen, oder vorgehen ( knurren, schnappen oder sogar beißen).
Sobald er mit der letzteren Methode Erfolg hat, z. b. weil der betreffende Mensch auch nur kurz zurückzuckt, weiß er das er mit dieser Methode weiter machen muss. Der Weg vom nur knurren bis zum beißen ist nicht weit.
Deshalb sollte man dafür sorgen, das der Hund mehr Selbstbewusstsein und somit mehr Sicherheit bekommt. Aber auch hier muss man aufpassen, das man hier nichts falsch macht.
Noch ein Tipp, sich zu so einem ängstlichen Hund einen zweiten anzuschaffen, sollte man sich gut überlegen. Der zweite Hund sollte möglichst älter und sehr sicher (nicht unbedingt dominanter) sein. Ein jüngerer Hund wird sich wahrscheinlich an dem älteren Hund orientieren und somit hat man dann irgendwann das Angstproblem in zweifacher Ausführung.
Vor allen dann, wenn man sich einen Welpen anschafft. Spätestens wenn der Kleine in die Pubertät kommt, wird er ja selber sehr unsicher. Je nach Rasse kann das sehr gefährlich werden. Außerdem sollte man bei der Anschaffung des zweiten Hundes bedenken, das auch der zweite erst mal neu in der Umgebung ist und somit unsicher. Und nicht alle Hunde die ängstlich sind versuchen es mit ausweichen. Viele gehen in Situationen die ihnen Angst machen, auch gleich vor. Und dann geht der andere mit.
Besser ist es zuerst an dem Angstproblem des einen Hundes zu arbeiten. Das dies nicht mit Druck, sondern mit Geduld und den richtigen Signalen sein muss, sollte klar sein.

Zerstörungswut

Auch dies ist manchmal ein Zeichen von Angst oder auch Dominanzansprüchen. Auch hier kann man was ändern, aber nicht mit Gewalt oder Schimpfen. Sondern auch nur mit Fachwissen und Geduld.
 


Mobbing

kommt sehr oft in sogenannten Spielgruppen vor. Egal ob für Welpen, Junghunde oder erwachsene Hunde, solche Spielgruppen dürfen nicht zum Tummelplatz für Mobber werden. Diese Individuellen sollten von Ihrem HF entsprechende Einwirkung bekommen um zu lernen das dass Privileg des Mobbens wenn, dann dem HF (Alpha) zusteht, bzw. dieser Trennt (Splittet) um Situationskontrolle (Souveränität) zu behalten und Konfliktminderung in der Gruppe fordert. 


Raufer

Nun noch kurz zu sogenannten Raufern.  Hier ist es notwendig dem Hund andere, konfliktfreie Wege zum Ziel aufzutun. Gleichermaßen das Rudel und die Entscheidungen zu führen und zu beanspruchen. Raufer unterscheiden sich in zich verschiedenen Grundmotivationen, welche vor einer Korrektur herausgefunden werden müssen, um anschließend die Wurzeln des Übels beseitigen zu können. Dies steht im übrigen bei jeder Verhaltenskorrektur im Vordergrund.  
Hier ist Fingerspitzengefühl eine hervorragende Verhaltenskunde und Sachkunde, sowie die Konzequenz des Hundeführers nötig um den Erfolg zu garantieren.  Um es kurz zu machen. Wir Menschen müssen lernen den Hund zu verstehen, damit wir ihm die richtigen Signale geben können. Hunde, die mit unnötigem Druck erzogen werden, werden nie zuverlässig in Krisensituationen gehorchen.

Wer ist hier der Boß ?

1. Obwohl er sich mehrfach bitten lässt, oder es völlig ignoriert, wenn wir etwas von ihm wollen, beantworten wir wiederum seine Aufforderung ihn zu streicheln, zu füttern, mit ihm zu spielen oder hinauszugehen bereitwillig und meist sofort.

2. Er bestimmt, wo er im Hause zu liegen oder sich aufzuhalten hat, während niemand von uns ihm seinen Lagerplatz jemals streitig macht. Er geht uns voraus bei Türen und Treppen. Er liegt oft in wichtigen Durchgängen/ Türen und steht nicht ohne Aufforderung auf. Er erwartet das wir über ihn hinwegklettern.

3. Er bekommt sozusagen als erster seine Mahlzeit, wir haben uns, symbolisch natürlich mit dem zufrieden zu geben, was er übrig lässt. Er nimmt sich auch sonst von herumliegenden Nahrungsmitteln was ihm beliebt, während er uns energisch von seinem Futternapf vertreibt und sich geraubte Nahrung nicht oder nur schwer wieder abnehmen lässt. Wir fügen uns, weil "man einem Hund das Futter nicht wegnehmen kann".

4. Er markiert außerhalb aber auch oft innerhalb des Hauses sein Territorium, wozu auch Unsauberkeit innerhalb des Wohnbereichs gehören kann.

5. Mit seinem penetranten Selbstbestimmungsrecht dominiert er uns sogar mit scheinbar submissiver Strategie (Podenco Art). ( Er steht schräg vor uns und verstellt uns den Weg, so das wir um ihn herum gehen oder ausweichen müssen.

6. Er bestimmt den Beutestreifzug und wohin das Rudel geht, d. h. er zieht an der Leine und zerrt seinen Herrn hinter sich her, bzw. lässt seinen Herrn warten, wenn er unterwegs etwas zu untersuchen gedenkt.

7. Unterwegs hält er das Rudel zusammen und weist den Weg samt allen Bestimmungsaktionen.

8. Er verteidigt unaufgefordert Territorium und sein Rudel gegen Artgenossen und fremde Menschen. Das macht ihn laut, störend und oft auch aggressiv.

9. Indem er fortläuft und nicht wiederkommt, wenn wir ihn rufen, wir ihn also als "Ausreißer" bezeichnen, verhält er sich im Grunde genommen nicht anders, als das Ränghöhere Tier, das die Jagd einleitet.

10. Eventuelle Übergriffe auf seinen Ranhöheren-Status, d. h. einen Eingriff in seine Privilegien, wehrt er als Akt der Selbstverteidigung, notfalls auch gegen seine menschlichen Rudelmitglieder, nachdrücklich ab, z. B. mit drohendem Blick, knurren, Zähnezeigen oder schnappen/beißen. Alle diese Punke können auch einzeln auftreten und unser Hund ist deshalb auch nicht als böse oder unerziehbar anzusehen. Für einen Hund ist es eine ganz klare Sache, das einer der oberste Chef ist, denn ohne Chef läuft gar nichts.

Die Schuld, das er meint er wäre der Chef liegt bei uns.

Entweder waren wir zu weich oder auch zu streng in der Erziehung, oder wir verstehen einfach nicht seine Sprache und haben unserm Hund deshalb unbewusst zu verstehen gegeben, das wir nicht in der Lage sind, das Rudel zu führen. Das heißt jetzt aber nicht, das wir jetzt auf ihn eindreschen müssen. Nein ganz bestimmt nicht. Schlagen, Schreien oder ähnliches  versteht sowie so kein Hund. Wir müssen ihm nur auf seine Art zu verstehen geben, das er sich schon auf uns als Rudelführer verlassen kann. Das wir nicht nur, das Rudel ernähren, führen sondern auch schützen können und das er nur unser Helfer ist.

Ein guter Rudelführer ist in jeder Lage souverän und möglichst auch beherrscht und er lässt sich auch nicht leicht provozieren.

Außer es geht um die direkte Untergrabung seiner Privilegien. Dann kann es auch mal rauchen. Mann stelle sich mal einen Hund vor dem das Fortpflanzungsrecht durch einen Rangniedrigeren streitig gemacht bekäme.

Belohnung und Strafe  

Eines der meist diskutiertesten Themen überhaupt ist, wie belohne oder bestrafe ich meinen Hund.

Leider wird  hierüber oft sehr emotional und unfachlich gesprochen.

Eins noch vorweg: Sie haben nur ca. ½  Sekunde Zeit um zu belohnen oder zu strafen. Sonst verknüpft der Hund seine tun und belohnen oder strafen nicht mehr miteinander. Auch wenn Sie glauben Ihr Hund wüsste noch genau was er angestellt hat ( er zeigt z. B. aufgrund Ihrer bedrohlichen Erregung eine Demutshaltung ) lassen Sie sich nicht täuschen. Er verknüpft nur bestimmte Dinge miteinander und versucht zu beschwichtigen. Aber nicht weil er ein schlechtes Gewissen hat, sondern weil er Ihre Stimmung erahnt.

Welche Arten von Belohnung gibt es?

Hier gibt es sogar bei den Hundetrainern oft sehr merkwürdige Ansichten, z. B. Leckerchen sind Bestechung.  Da herrscht oft die Meinung der Hund soll gehorchen “ weil er seinen Herrn liebt“, deshalb sind Leckerchen eben Bestechung. Wir  finden, das ist Blödsinn, es gibt im Hundebereich weder Bestechung, noch eine Hundemafia die Bestechungsleckerchen fordert. Sie sehen anhand der Umschreibung wie lächerlich die menschliche Interpretation eines Hundeverhaltens sein kann. Belohnung ist nichts weiter als eine Motivationsverstärkung. Es ist für einen Hund wesentlich einfacher und positiver zu lernen, wenn er sofort für das richtige Verhalten belohnt wird.

Belohnen kann man durch viele Dinge:

  • Sekundärverstärker - mit der Stimme - diese Art der Belohnung sollte immer kommen. Lob verspricht angenehmes (einen Primärverstärker)
  • Primärverstärker - mit Leckerchen, werden zu Anfang und auch immer mal wieder zwischendurch gebraucht, außerdem kann ich damit klar machen, ich bin derjenige der das Futter verwaltet. ( Futter  und andere wichtige Dinge verwaltet nämlich der Rudelchef ) (Nahrungskontrolle) 
  • Primärverstärker - durch spielen mit dem Hund. (Machtdemonstration)  Sekundärverstärker - durch Streicheln Lob - verspricht angenehmes (einen Primärverstärker)
  • Primärverstärker - ableinen ist eine Belohnung. Wenn Ihr Hund also an der Leine zieht, weil er seine Kumpels gesehen hat und Sie leinen ab, belohnen Sie ihn unbewusst fürs ziehen. (Priveligierung zur uneingeschränkten Bewegungsfreiheit) 
  • - Kommando aufheben ist auch eine Art der Belohnung, (da dem Hund hierdurch die Bewegungseinschränkung aufgehoben wird.)
  • Es gibt bestimmt noch jede Menge andere Belohnungen, es kommt nur auf den Hund an.
  • Primärverstärker - Sich entleeren zu dürfen -

Belohnung muss immer sein, egal wie. Die Aussage “ der Hund soll auf mich hören, weil ich der Chef bin“ ist zwar richtig. Aber auch Chef´s belohnen z. b. mit Gehalt, oder? Und dann kommt noch hinzu, das die wenigsten Hundeführer auch wirklich der souveräne Rudelführer sind, der sie sein müssten um als Boss anerkannt zu werden.

Außerdem muss der Hund, das erwünschte Verhalten erst lernen und mit dem entsprechenden Kommando verknüpfen können. Eine Belohnung an der richtigen Stelle schadet also nie. Ein positiv motivierter Hund arbeitet besser mit und hört auch besser.    

Welche Strafart ist sinnvoll und welche nicht ?         

Wichtig ist, dass, ein verbales Abbruchsignal, welches dem Hund die Fehltat mitteilt, sofort während des Ausführens des Fehlverhaltens, sein Fehlverhalten markiert da sonst keine Verknüpfung vom Hund hergestellt werden kann. Anschließend sollte er in eine für ihn frustrierende Situation geführt werden.  Stimme - energisches, kurzes Schimpfen wirkt in den meisten Fällen schon. Gemeint ist hier aber nicht sinnloses Herumbrüllen.  Sondern einen Schnauzengriff - denn den kennt der Hund schon von seiner Mama. Anleinen, – wenn er sich mal gar nicht benimmt, ist die Tobezeit  vorbei. Allgemeine Frustration indem der Hund das Gegenteil erhält, von dem was er begehrt.

Zum Schluss:

Dekodierung:

Den Hund im Nacken packen und schütteln.

Kleine Beutetiere werden so getötet, Ihr Hund weiß das. Er würde also erst mal Todesangst haben und der Meinung sein Sie hätten ihn als Beute wahrgenommen und er könne daher gegen die Beutetötung auch durch Beschwichtigen nichts mehr ausrichten.

Der sogenannte Alphawurf ist gefährlich für Gesundheit und Leben des Hundeführers, da:

Zum einen die Verletzungsgefahr für den Hundführer sehr groß, denn kein etwas gesteigert dominanter oder subdominanter Hund lässt dies ohne Gegenwehr mit sich machen, da er seinen erhöten Status hierdurch in Frage gestellt sieht und als Reaktion hierauf, Sie unterordnen wird um die Ranglage wieder herzustellen..

Da ein solches Mittel lediglich dem Ranghöheren zusteht und sehr einschüchternd ist. Nicht vergessen, dieser Ruckenwurf mit anschließender Drohgestik, signalisiert eine Morddrohung. Seien Sie sich nie zu sicher das  Ihr Hund Sie als Ranghöher akzeptiert. (Überlassen Sie diese Entscheidung lieber einem erfahrenen Trainer). Und zum andern blamiert man seinen Hund z. B vor den anderen Hunden, was wiederum bei ihm eine ziemliche Wut und Frustration  auf die andern aufbaut und an einem Schwächeren abgeladen wird, (Zur Ansehenswiederherstellung).

Belohnung oder manchmal auch Korrektur muss sein, aber  Extreme z.B. zu weich oder zu hart, führen nie zu richtigen Ergebnissen. Weiter werden Sie bei dieser Unterwerfungstechnik sicherlich nicht die richtigen Gestiken imitieren können und die vom Hund geforderten nicht richtig lesen.

Ich denke, dass ein orientierter Mittelweg in der Erziehung immer das Beste ist.

© Andreas Maier
Hundepension4pfoten

 

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